Bullet Journaling – Entschleunigung vom digitalen Wahnsinn

Ich weiß nicht mehr wie, aber vor ein paar Tagen bin ich irgendwie durch Zufall auf den Trend des “Bullet Journalings” gekommen.

 

Der Trend ist nicht mehr ganz so neu: bereits seit 2015 hat das Thema rund um den analogen Notizblock, der in diesem Fall nicht nur für Notizen her hält sondern ein umfassendes Tool zur Selbstorganisation ist, die Runde durchs Netz gemacht.

Bullet Journaling, das ist die Rückkehr zum analogen Kalender, Aufgabenliste, Notizblock.

“The analog system for the digital age”, so heißt es auf der offiziellen Website, welches vom Produktdesigner Ryder Carroll erfunden wurde. Ca. 20 Jahre hat er an einem System gefeilt Ordnung in die eigene Planung zu bringen.

 

In der heutigen Zeit erst mal irgendwie komisch – klar, bei der Arbeit schreibe ich auch weiterhin auf Papier, notiere mir in Besprechungen Dinge in einem ganz normalen Notizbuch, schreib’ mir Erinnerungen auf massenweise Post-Its die meinen halben Schreibtisch zukleistern.

Aber ich fülle sicherlich keinen “analogen” Kalender mehr, das managed Outlook für mich. Auch Aufgaben und Notizen verwaltet es.

Auch privat mag ich es mein Kalender, Aufgaben und Notizen elektronisch gespeichert zu haben und damit auch die Möglichkeit, alles von jedem Flecken der Erde abrufen zu können. Ich lebe mit einiger meiner Daten in der Cloud und ich liebe es.

Nun, warum soll man dann zurück in die Steinzeit gehen und den Stift in die Hand nehmen?

Ganz einfach, weil der digitale Wahnsinn oftmals eine Flut von Informationen ist die nicht mehr überblickt werden kann. So geht es mir zumindest stellenweise. Privat wie auch beruflich.

 

Eine Erinnerung in Outlook wird schnell mal weggedrückt und verschwindet damit oftmals im Nirvana. Oder man verschiebt den Erinnerungstermin immer wieder nach hinten – braucht ja nur einen einzigen Klick. Der Grund warum ich immer noch auf Post-Its schwöre! Auf mich hat das irgendwie eine andere Wirkung und es erfüllt mich mit mehr Zufriedenheit wenn ich einen Post-It in den Eimer befördern darf wenn die Sache erledigt ist, als wenn ich eine Aufgabe in Outlook als < erledigt > markiere.

Privat genau das gleiche Thema: mein Kalender auf dem Smartphone wird täglich mit Dingen gefüttert an die mich mein Smartphone auch gerne erinnert. Aber auch hier drückt man die Dinge gerne schnell mal weg oder verschiebt sie immer wieder. Zudem, wer kennt nicht das Problem nur mal eben in den Kalender schauen zu wollen und dann doch wieder am Smartphone hängen bleibt,  E-Mails checkt, den neuesten Facebook-Feed sichtet oder sonst was treibt. Nur das was eigentlich erledigt werden sollte, das bleibt liegen.

 

Man verliert schlichtweg oft genug den Fokus auf das Wesentliche.

 

So und wie funktioniert nun “Bullet Journaling”? Schaut euch hierzu am besten dieses Video an!

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=fm15cmYU0IM

 

Und so habe ich ziemlich schnell Gefallen daran gefunden die Sache für mich auszuprobieren.

Die Variante die Ryder hier vorstellt ist sehr schlicht gehalten. Sucht man im Netz nach Bullet Journaling, vor allem bei “Pinterest”, findet man sehr viele unterschiedliche Ideen wie sowas aussehen kann. Die meisten davon quietschbunt – ich selbst werde mal die schlichte “Männervariante” ala Ryder Carroll ausprobieren. Und dann mal sehen wie es sich entwickelt.

Zusätzlich zu den Standardmodulen möchte ich gerne noch einen täglichen “Gewohnheits-Tracker” einbauen wo ich z.B. abhake wie viel ich getrunken habe da ich das immer vergesse oder auch täglich wiederkehrende Aufgaben erfassen.

Dazu habe ich mir 2 schöne Notizbücher bestellt (denn schließlich will ich Spaß dabei haben in das Notizbuch zu schreiben 😉 ) die hoffentlich morgen schon ankommen.

Passend für den beruflichen Büroalltag habe ich mir “The Master Plan” von Nuuna bestellt, für den privaten Alltag “Deep Thought”.

Grundsätzlich geht jedes Notizbuch, allerdings haben die Nuuna-Notizbücher z.B. ein Punktraster auf allen Seiten das eine gewisse Orientierung beim Schreiben und Zeichnen vorgibt, aber eben optisch nicht zu viel ist. Kariert oder liniert würde nicht so gut funktionieren.

Sie sind nicht günstig, aber scheinbar von sehr guter Qualität und optisch einfach richtig cool! Notizbücher von Nuuna* und vor allem die Leuchtturm 1917* werden wohl am meisten für diesen Zweck gekauft.

Hier* findet man u.a. das “Original”.

 

Ab Juli geht’s los – ich bin gespannt und sehr euphorisch.

Sobald ich meine ersten Erkenntnisse gesammelt habe, lasse ich euch gerne daran teilhaben.

 

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