Marshall Kilburn – Test & Erfahrungsbericht

Darf ich vorstellen? Kilburn! Marshall Kilburn!

Wenn man das hört, erwartet man sicher etwas Großes. Nein, nicht ganz, der Marshall Kilburn* ist einer der kleinsten Bluetooth-Lautsprecher die Marshall im Angebot hat. Genauer gesagt werden die kleinen Kraftpakete unter der Marke „Marshall Headphones“ vertrieben.

Hersteller ist dabei nicht Marshall selbst, sondern eine Stockholmer Firma namens „Zound Industries„. Marshall Headphones ist dabei die Marke die von Zound Industries zum Vertrieb von Bluetooth-Lautsprechern und Kopfhörern geführt wird.

Wer jetzt ein bisschen enttäuscht ist, den kann ich beruhigen. Marshall selbst hat sicher nicht einfach nur seinen guten Namen hergegeben. Die kleinen Bluetooth-Boxen können richtig was!

Erfahrt alles darüber in meinem persönlichen Marshall Kilburn Test & Erfahrungsbericht.

 

Verpackung

Marshall Kilburn Test & Erfahrungsbericht - Verpackung

Schon hier merkt man, dass der kleine Kilburn ein ganz Besonderer ist. Nach dem Öffnen des Kartons sieht das so aus:

Marshall spendiert ein hochwertiges Klinkensteckerkabel.

Das mitgelieferte und übrigens auch sehr hochwertige Klinkensteckerkabel (mit goldenen Steckern) liegt nicht einfach nur im Karton, sondern wird richtig schön zur Geltung gebracht. Und man glaubt es kaum, es wird eine richtige Bedienungsanleitung mitgeliefert. Und das in gefühlten 50 Sprachen. Das Stromkabel befindet sich unter dem rechten Teil.

Eine Ebene tiefer sieht man schon die „Verkleidung“ des Kilburn. Hier merkt man das zweite Mal, dass hier gleich etwas ganz Besonderes zum Vorschein kommt.

 

Et voila! Da ist das Ding!

In einer weichen Hülle kommt der kleine Marshall aus dem Karton gehüpft.

Der Kilburn wird gut verpackt an seinen neuen Besitzer geliefert.

Da ist das Ding!

 

Verarbeitung

Eins vorneweg: Hier gibt’s nichts zu bemängeln! Alles ist stabil und sauber verarbeitet. Dieses Teil hier wurde nicht als Wegwerfprodukt konstruiert, sondern soll über viele Jahre spaß machen, das merkt man!

Der Kilburn sieht aus wie mit Leder überzogen – das ist für den Preis natürlich nicht der Fall. Eher eine Art Kunstleder / Plastikhülle in Lederoptik. ABER: Das ist sehr, sehr wertig gemacht und fühlt sich grandios an. Einen unangenehmen Plastikgeruch wie manche Leute berichten konnte ich nicht feststellen.

Der kleine Marshall Kilburn ist hochwertig verarbeitet!

Zum komfortablen Transport hat man dem Kleinen einen Mini-Gitarrengurt als „Tragegriff“ spendiert. Die Idee finde ich sensationell und spätestens jetzt fange ich an mich in das Teil zu verlieben. Das Material ist Außen Kunstleder, Innen eine samtartige rosa-rote Oberfläche.

Edler Gitarrengurt als Tragegriff

Die Abdeckung an der Front ist ein sehr stabiler Stoffbezug um die dahinter verbauten Lautsprecher ordentlich zu schützen. Eben wie bei den großen Brüdern der Marshall Familie, natürlich auch mit markantem Marshall-Logo.

Marshall Kilburn Vorderseite

Marshall Logo auf der Vorderseite

Auf der Oberseite ist ein bisschen vertieft die „Steuerzentrale“ des Kilburn verbaut. Auf einer gebürsteten, goldenen Metallfläche sind alle Schalter und Drehregler positioniert. Und was man hier sieht und vor allem fühlt sind echte Schalter. In der Zeit der rein elektronischen Schalter und Knöpfe eine echte Wohltat.

Der Ton des Kilburn lässt sich bequem mit Drehreglern steuern.

Der Power-Schalter ist stabil und macht ein schönes lautes Klack-Geräusch beim Umlegen. Man erkennt also auch hier die Handschrift von seinem Mutterhaus wieder. Die Ummantelung der Drehregler ist vielleicht nicht die beste Qualität, das tut dem Ganzen aber überhaupt keinen Abbruch.

Richtige Schalter mit Klackgeräusch!

Auf der Rückseite befindet sich der Anschluss für das Stromkabel, sowie die Bassreflexöffnung.

Rückseite des Kilburn

Marshall Kilburn Rückseite mit Bassreflexöffnung

Funktionen / Ausstattung

Ausgestattet ist das kleine Kraftpaket von Marshall mit 2 Hochtönern mit jeweils 5W und einem Basswoofer mit 15W Leistung. Angetrieben wird das Ganze von einer digitalen Endstufe. Wer hier denkt 25W wären wenig, der täuscht sich gewaltig! Dazu später mehr.

Der Frequenzbereich geht von 62 – 20.000HZ.

Wie schon erwähnt findet man auf der Oberseite die Steuerzentrale:

  • Power-(Kipp)Schalter
  • Jeweils eine Taste für BT-Pairing und Wakeup/Source (Klinkenstecker oder Bluetooth)
  • Jeweils ein Drehregler für Volume, Bass und Treble
  • Klinkenstecker-Eingang

Marshall Kilburn Steuerzentrale

Der Klinkeneingang des Marshall Kilburn

Einen USB-Port um z.B. andere Geräte vom internen Akku zu laden hat er nicht und ich finde das braucht er auch nicht. Er soll Musik spielen und das in toller Qualität – mehr nicht.

Apropos Akku, der ist an der Unterseite in einem verschraubten Fach verbaut. Natürlich auswechselbar! Bei mittlerer Lautstärke sollen ca. 20 Stunden pausenloses Musikspielen möglich sein. Neben dem Marshall Stockwell ist der Kilburn der einzigste kleine Marshall mit Akku.

 

Jetzt aber zum Wichtigsten! Dem Sound!

Ja, was soll ich sagen – schlichtweg ein Traum!

Zum Probehören hatte ich seit Wochen schon einen Titel im Kopf: Tom Petty – Free Fallin‘.

Deezer Tom Petty

Ich konnte es kaum erwarten die ersten Töne zu hören, los ging’s. Ach halt, noch eins: Die Drehregler für Bass und Treble standen bei mir auf Stufe 5 (Mitte) und genau so würde ich auch jedem empfehlen zu starten.

Schon die Gitarre am Anfang des Stückes meißelt mir ein breites Grinsen ins Gesicht. Schon jetzt weiß ich, die Entscheidung war absolut richtig! Als der Gesang einsetzt frage ich mich, warum ich mit meiner Entscheidung nur so lange gewartet habe. Als dann die Drums und der Bass dazu kommen ist es bereits um mich geschehen – das Teil ist unglaublich! Man glaubt nicht, dass das was man da hört alles aus diesem kleinen Lautsprecher kommt!

 

Im Detail

Die Drums und der Bass hören sich sehr druckvoll an und sind keinesfalls über betont und im Vordergrund wie das leider bei vielen BT-Lautsprechern der Fall ist. Der Gesang kommt dadurch glasklar rüber. Man hat das Gefühl, als würde Tom Petty vor einem stehen. Es ist der helle Wahnsinn wie toll die Stimme klingt.

Die Instrumente klingen wie sie klingen sollen. Authentisch und druckvoll. Die Drums hören sich nicht einfach wie Drums an, viel mehr könnte ein absoluter Spezialist wohl den Hersteller der Drums heraushören. Damit will ich sagen, es ist nicht einfach nur ein „Bumm-Bumm“ was man hört.

Genauso verhält es sich bei den anderen Instrumenten und man entdeckt Dinge in der Musik, die einem vorher nicht aufgefallen sind. Beispielsweise habe ich mich bei manchen Titeln meiner Lieblingsbands gefragt ob da schon immer 2 Gitarren zu hören waren. Alles klingt irgendwie genauer, ausgefeilter. Speziell bei wirklich gut produzierter Musik kommt das natürlich voll zur Geltung. Ist ein Titel schlampig produziert, „kotzt“ ihn der Kilburn auch exakt so aus 😉

Beim Sound ist aber noch eins zu erwähnen: Es kommt auch ein wenig auf den Aufstellort an. Im Abstand von 30-40cm vor eine Wand gestellt wird der Bass ein wenig verstärkt, auch Draußen! Steht der Lautsprecher frei im Raum hört er sich immer noch satt und wirklich gut an.

Zur Not regelt man mit den Drehreglern ein wenig nach. War bei mir noch nie nötig.

 

Wie laut kann der Kilburn?

Lautstärke ist nicht alles wenn ein Lautsprecher auch bei geringer Lautstärke druckvoll aufspielen kann. Aber manchmal ist es eben nötig aufzudrehen. Beides kann er!

Bei kleiner Lautstärke ist der Sound satt und druckvoll. Und das geht so weiter bis man am Lautstärkeregler die 10 erreicht. Ohne zu verzerren! Was man allerdings merkt ist, dass der Bass dann minimal nach unten geregelt wird. Das ist nötig, damit der Sound auch bei hoher Lautstärke noch klar aus der Box kommt. Für mich selbst aber kein Kriterium, denn so wird es bei einigen BT-Lautsprechern gemacht.

Die Maximallautstärke kann man in einem normalen Raum quasi nicht nutzen, da habe ich das Gefühl das Dach fliegt gleich weg. Unerträglich laut, aber das in toller Qualität! Der Wahnsinn!

Der Kilburn kann also auch Partys feiern wenn nötig.

 

Stereo? Raumklang?

Grundsätzlich ist Stereo möglich, es sind 2 Hochtöner verbaut. Allerdings sind diese in zu geringem Abstand angeordnet, damit sich hier eine „Bühne“ auftut. Der Sound kommt also eher einseitig aus einer Richtung, als dass er raumfüllend ist. Nicht falsch verstehen, der Kilburn schafft es locker einen ganzen Raum zu beschallen, auch Größere, aber man hat nicht das Gefühl, dass die Musik von allen Richtungen kommt bzw. der Sound in die breite bis zu den Seitenwänden gezogen wird.

Letztlich ist das Geschmackssache – ich vermisse es nicht und erfreue mich einfach an frischem, natürlichem und vor allem druckvollen Klang. Auch ohne Stereo und Raumklang.

 

Wie lange hält der Akku?

Ich habe keine Stoppuhr laufen lassen, aber ich kann aus Erfahrung nach ca. 2 Monaten sagen: Locker 10 Stunden sind drin, dann ist der Akku bisher aber auch noch nicht leer gewesen. Ich höre jeden Tag ca. 1 Stunde mit dem Kilburn und habe die Box bisher nur wenige Male aufgeladen. Ich würde mich sogar aus dem Fenster lehnen und behaupten der Akku schafft die 20h bei mittlerer Lautstärke.

Bedenken muss man allerdings noch, dass der Akku am Anfang natürlich noch nicht seine volle Leistung entfaltet. Das ist normalerweise erst nach ein paar Ladezyklen der Fall.

Sollte der Akku mal irgendwann schlapp machen, dieser hier* passt beispielsweise.

[Update 10.09.2017]

Hatte mittlerweile Kontakt mit dem Support von Marshall bzgl. eines Ersatz-Akkus – hier die Antwort:

Hello Bastian,

Please indicate in your Blog that if a Marshall customer requires a Battery for their Kilburn speaker, they should contact Marshall Support directly at support@marshallheadphones.com.

We are able to assist customers with this request, however costs will be different based on customer location and shipping rates etc. There are some countries we are not able to ship batteries to due to legal restrictions etc. so it isn’t as simply as reporting one flat rate.

Let me know if you have any further questions.

Best regards,

Sherri

Es heißt also, einfach E-Mail schreiben und sich ein Angebot bzgl. eines Ersatz-Akkus einholen.

Der von mir verlinkte Akku scheint wirklich nicht zu passen – SORRY für die Verwirrung und die bereiteten Umstände.

[Update 12.11.2017]

Mein Leser Peter hat Marshall mal konkret bzgl. des Ersatz-Akkus angeschrieben, das hier ist die Rückmeldung. Danke für die Info, Peter!

Hello Peter,
Thanks for your reply.
I believe the cost is 30 EURO for a Kilburn battery pack, including freight. This is organized through our Authorized Service Center in Germany.

Best regards,
Ian

30€ gehen meiner Meinung nach voll in Ordnung. Übrigens ist der Akku meines Kilburns noch immer sehr gut in Schuss.

 

Fazit

Würde ich den Marshall Kilburn* wieder kaufen? Eindeutig JA!

Bin ich bisher zufrieden? Oh ja und wie!

Gibt es etwas zu bemängeln? Nicht wirklich. Wenn man streng sein wollte vielleicht der nicht vorhandene Stereo-Effekt.

Um ehrlich zu sein habe ich sehr lange recherchiert, ich kaufe nie im Schnellschussverfahren. Nie! Erst war mir das Aussehen völlig egal, als ich den Kilburn gesehen habe, war es das nicht mehr. Dafür ist er einfach zu sexy ;-). Guter Klang und stylisches Aussehen – was will man mehr?!

Leute, das Teil ist pure Freude!

Erschreckt nicht beim Preis, spart lieber noch einen Monat länger und schlagt dann dazu. Es lohnt sich!

 

Weitere Erfahrungen

Mittlerweile war er auch schon auf Grillpartys dabei und stand dabei z.B. auf dem Balkon in einer Ecke, wir saßen weiter unten auf der Terrasse. Lautstärke eher gemäßigt (wegen der Nachbarn ;-)). Was soll ich sagen, auch hier satter, sauberer und druckvoller Klang. Musiktechnisch habe ich festgestellt, dass er auch mit Kasalla und sämtlichen Italo-Hits zurecht kommt ;-).

Ich selbst habe noch nie Lautsprecher besessen die auch leise druckvoll klingen, der Marshall Kilburn ist der erste und ich bin hellauf begeistert und verliebt in das Teil.

 

Alternativen von Marshall

Ein weiterer Marshall mit Akku ist der Stockwell*.

Ohne Akku:

Wer eine Box in der Größe des Kilburns, aber ohne Akku sucht, greift zum Acton* (bräuchte ich keinen Akku, wäre das meine Wahl gewesen).

Wer ein wenig mehr „Bumms“ möchte, nimmt den Stanmore*.

Und wer wirklich will, dass das Dach weg fliegt und vielleicht noch einen Flugplatz beschallen will, der nimmt den großen Woburn*.

 

8 Comments

  1. Steinbach 15. August 2017
    • Bastian 15. August 2017
  2. Viktor 18. Februar 2018
    • Bastian 19. Februar 2018
      • Viktor 19. Februar 2018
    • Viktor 14. März 2018
  3. Sebastian 6. Oktober 2018
    • Bastian 14. Oktober 2018

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